Murnau Teil 7 - Frühmorgens in Murnau (Expr 504 ff.)

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Johannes Auerbacher († 7.9.2018)
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Murnau Teil 7 - Frühmorgens in Murnau (Expr 504 ff.)

Beitragvon Johannes Auerbacher († 7.9.2018) » Mo 26. Feb 2018, 23:48

+++ Das Anklicken der Bilder ermöglicht jeweils eine größere Darstellung +++


(7) Frühmorgens in Murnau

In den letzten Bildberichten hatte ich über die Behandlung des Ng 8013/14 (zeitlich gelegen zwischen 7:41 h und 10:49 h)
[EMB-Forum - siehe hier] und weiter über die nachfolgenden Reisezüge bis hin zum zweiten Ng 8017 und die daraus erwachsende Übergabe Üg 80018 berichtet (Zeitraum von 14:06 h und 15:27 h) [EMB-Forum - siehe hier] . Zwischen 10:49 h und 14:06 h sind die Güterwagen des nächsten Tages im Schattenbahnhof Freilassing zu Zügen zusammenzustellen.

Die weiteren Zug- und Rangierfahrten dieses Betriebstages habe ich fotografisch nicht mehr verfolgt, weshalb der dritte lange Bildbericht jetzt am nächsten Tag frühmorgens beginnt und um 7:41 h mit der Ankunft des Ng 8013 in Murnau endet.


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(1) 56 380 hat vor dem Schuppen übernachtet und ist bereit, auf Gleis 3 zu sägen und den Expr 504 zu übernehmen.


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(2) 56 380 rollt langsam zu der auf Gleis 3 stehenden Wagenreihe des Expressgutzuges Expr 504 (rechts neben dem Triebwagen, fast schon aus dem Bild), der in der Nacht in Murnau ent- und neu beladen wurde. Rechts auf Gleis 5 die Wagen von P 4120, links auf Gleis 2 der Schnelltriebwagen Ft 54 nach München.


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(3)


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(4) Der Expr 504 hat zwei Post- und einen Doppelkurswagen, der für Expressgut genutzt wird. Am Ende steht noch E44 504, die den Expr 503 spät abends nach Murnau gebracht hat. Sie wird nach Ausfahrt des Expressgutzuges den P4120 zusammenstellen.


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(5) Am Güterschuppen sieht man die beiden Stückgutwagen, die den Schluss von P 4120 bilden werden, weil sie keinerlei Heizleitung haben. Die Ladetätigkeit hat über Nacht stattgefunden. Der "Betriebswürfel" entscheidet darüber, ob es einer (Augenzahl 1 und 2), zwei gedeckte Stückgutwagen (Augenzahl 3 und 4) oder ein gedeckter und ein offener Feuergutwagen (Augenzahl 5 und 6) werden.


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(6) Um 4:37 h hat der Expr 504 Murnau verlassen. Hier zu sehen unmittelbar vor der Einfahrt in die Haltestelle Kammerl.


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(7) In Kammerl gibt es einen Ladeaufenthalt. Im kleinen Güterschuppen der besetzten Haltestelle kommen die Expressgüter unter. Meist handelt es sich um Sendungen für die nahe Zementfabrik. Der Doppelkurswagen stammt noch von Röwa und wurde mit Batteriekasten, Ofenabzug und E-Heizkupplung ergänzt.


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(8) Inzwischen hat sich schon mal die E44 504 auf Gleis 1 begeben, um die Stückgutwagen abzuholen.


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(9) Der vordere Wagen stammt Märklin, der hintere von Brawa und ist offensichtlich ganz frisch aus dem AW gekommen. Der Märklin-Wagen entstammt der Reihe von 5 Wagen, die Anfang der 50er Jahre mit Werbeaufschriften fotografiert wurden. Da hatte sich wohl jemand ein Geschäft versprochen, wie die der Packung beigelegten Schriftstücke zeigen. Ob die je so im Normalbetrieb gefahren sind – keine Ahnung. Es waren damals die einzigen brauchbaren G-10-Modelle überhaupt – mit leidlich gutem Untergestell - , weshalb ich die Werbung einfach übermalt habe und die Wagen auf die übliche Weise (Griffe, Signalhalter, Stirnwandtritte, neue Puffer, Schraubenkupplung, Bremsschläuche, Rangiererhandgriffe und Seilösen) zugerüstet habe. Bei dem Märklin-G-10 war außerdem noch die obere Türlaufschienenabdeckung zu kürzen und die Stirnwandprofile von liegend auf stehend umzustellen. Man kann beide durchaus nebeneinander laufen lassen.


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(10) Zwei Liliput-Produkte auf einen Blick


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(11) Der Postkarren wartet auf seinen Einsatz nach Ankunft des P 4021.


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(12) Expr 504 hat seinen Ladeaufenthalt in Kammerl beendet und ist schon auf dem Weg nach Freilassing.


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(13)


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(14) An der Wertachbrücke


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(15)


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(16) Am Einfahrsignal von Freilassing


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(17) Nachdem die Strecke wieder frei ist, folgt um 5:12 h nun Ft 54 nach München.


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(18) Der Antrieb des ET11 02 ist leider noch original Liliput und, obwohl der ESU-Loksound-3.5-Decoder sein bestes tut und dabei auch erfolgreich ist, den Motor zu regeln, so versucht doch das Getriebe mit seinem Geschnarre, den Sound zu übertönen. Ich habe schon bei SB-Modellbau geschaut, aber die haben nichts passendes mit 41,4 mm (3600 mm) Achsabstand. Die drei Frontfenster dürften eigentlich auch keine sichtbaren Metallrahmen haben. Das Taubenblau scheint mir auch ein wenig dunkel geraten.


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(19) Die Stromabnehmer sind der Versuch einer Nachbildung des Typs HISE 2, dessen Oberschere noch an den SBS 10 erinnert, das Untergestell dagegen schon den SBS 39 vorweg nimmt. Da bleibt den Unterscherenarmen nichts anderes übrig, als sich nach außen zu neigen, damit alles wieder zusammen passt. Der Ft 54 fährt in Kammerl natürlich mit der erlaubten Streckenhöchstgeschwindigkeit von 55 km/h durch.


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(20)


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(21)


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(22) Esig F von Freilassing


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(23) E44 504 hat inzwischen die Stückgutwagen auf Gleis 3 gebracht, hat sie umlaufen und drückt sie nun an den abgestellten Park für P 4120. Jetzt läuft erst mal der Kompressor an, damit sie die Wagen auch von der Stelle kriegt.


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(24) Die Wagen sind jetzt von Gleis 5 auf Gleis 3 gezogen worden und werden von der Lok ein weiteres Mal umlaufen. Nach der Bremsprobe wird P 4120 um 7:41 h abfahren.


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(25) Im Hintergrund links sieht man beladene Güterwagen auf der Ladestraße Gleis 1 stehen. Sie wurden bei Ablieferung der Stückgutwagen, die mit dem letzten abendlichen Personenzug nach Murnau (P 4027, Ankunft 20:01 h) kamen und vor den Güterschuppen gestellt werden mussten, einfach von den Stellen der Ladetätigkeit weiter nach hinten durch geschoben und dabei gleich miteinander gekuppelt. In dem Fall, wenn nicht alle Wagen hinter den Güterschuppen passen, muss etwas aufwendiger rangiert werden.


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(26) Mit der Liliput-E44-5 bin ich sehr zufrieden, vor allem, weil sie mit ESU-3.5-Decoder sehr viel feinfühliger fährt als analog. Allerdings sind einige Anbauteile sehr bruchgefährdet (z. B. die Dachleitungen und von den ursprünglich vorhandenen stirnseitigen Signalhaltern ist nichts mehr übrig)


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(27)


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(28) Kaum ist P4120 in Freilassing angekommen, da erscheint schon P 4021 auf der Strecke. Doch, was hängt da hinter der Lok? Ein Schlafwagen als Kurswagen aus Norddeutschland, der am frühen Morgen in Freilassing von einem Fernzug stehen gelassen wurde und nun an der Spitze des ersten Personenzuges nach dem touristisch nicht unbedeutenden Murnau mitfährt. Ankunft in Murnau 7:08 h.


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(29) Halt in Kammerl. Der Postwagen bleibt zunächst in Murnau und wird erst am Nachmittag wieder dem Ng 8018 beigegeben.


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(30) Weiter geht’s mit Vr2 und Hp2 nach Murnau Gleis 3.


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(31) Es wird die Rangierhalttafel von Murnau passiert.


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(32) E44 507 ist noch ein richtig altes Schätzchen aus der Anfangszeit von Roco, etwa 1975 erschienen, direkt nach der 216. Bei mir gibt es auch noch die E44 508 gleicher Vorbildbauart und die E44 008 mit gleicher Modell-Antriebstechnik. Erste Maßnahme zur Verbesserung der etwas mäßigen Fahreigenschaften waren Fauli-Umbausätze von SB. Was damit nicht wegging, war das ständige Wechseln der Fahrgeschwindigkeit zwischen zwei Werten trotz fester Reglerstellung. Dann habe ich die Gelenkwellen (noch mit Spiralfedern) durch neuere von Roco ersetzt. Auch die Umstellung auf haftreifenlose Räder hat diesbezüglich nichts geholfen. Erst nach dem Ersatz der Zimo-Decoder durch ESU-Loksound 3.5 ist von der Unstetigkeit der Fahrgeschwindigkeit nichts mehr zu merken. Auch ist es nun möglich, zum Kuppeln extrem langsam die Puffer zu „küssen“. Den letzten Schritt konnte jedoch die E44 008 nicht mehr mitmachen, weil inzwischen der 3.5er Decoder vom Markt genommen wurde. Den 4er Decoder möchte ich mir nicht antun, solange es noch keine Beschreibung der Programmiermöglichkeiten von ESU gibt.

Auch äußerlich wurden die beiden E44.5 aufgemotzt. Das schwierigste war, den durchbrochenen Rahmen aus der äußeren Seitenwandebene in die Führerstandsseitenwandebene zu versetzen. Erst dann konnten die Tritte und Griffe am Führerstand vorbildnah, nämlich durchlaufend von oben bis unten, gestaltet werden. Der Dachüberstand am Führerstand wurde keilförmig bearbeitet, damit die Vorderkante so dünn aussieht wie in echt. Die ursprünglichen Blenden über den Fenstern wurden durch solche aus Papier ersetzt (Stärke 0,1 mm). Die Dachausrüstung entspricht dem neuesten Stand von Roco, wobei die Stromabnehmer natürlich von Brawa (drehscheibe-foren) kommen. Die Glühlampen der Stirnbeleuchtung wurden unmittelbar hinter den Stirnwänden in lichtdichten Kästen platziert, da die viel zu langen Lichtleiter wenig Licht in den Loklaternen ankommen ließen. Der Lautsprecher steht hochkant im Bereich von Führerstand 1, wofür ein Stückchen vom Fahrwerksblock abgesägt werden musste. Der Decoder fand seinen Platz unter dem Dachaufbau. Die Roco-Platine wurde durch eine Experimentierplatine mit Leiterstreifen ersetzt, bei der die Leitungsführung im Digitalbetrieb optimal ist.


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(33)


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(34) Es ist 7:08 h, P 4021 ist eingetroffen. Es dauert noch etwas, bis die Reisenden den Schlafwagen hinter sich gelassen haben, aber auch Gepäck und Post ist noch auszuladen. Derweil hat sich V36 225 schon mal aus dem Lokschuppen bewegt und sich vor die später mit Ng 8014 abgehenden Güterwagen auf Gleis 1 gesetzt. In dieser Reihe können sich aber auch Wagen befinden, die in Murnau entladen und gleich wieder für eine Rückfracht reserviert wurden.


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(35) Der Schlafwagen wird vorsichtig in den Schuppen geschoben. „Dann isser aus de Fieß!“ wie der Bahnhofsvorstand, ein Migrant aus Hessen, zu sagen pflegt. Er wird Murnau erst wieder um 19:10 h mit P 4026 verlassen. Die Ellok bleibt vor dem Schuppen stehen – ebenso, wie der Personenzugpark samt Postwagen auf Gleis 5 dahinter (unsichtbar, weil verdeckt), bis Ng 8013/14 wieder aus Murnau raus sind.


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(36) Hier nähert sich Ng 8013; er hat natürlich eine andere Zusammensetzung wie der Ng gleicher Nummer vom Vortag. Durch die Steuerung der Frachtaufträge per Würfel, Veränderungen der Reihenfolge im Stapel der Frachtaufträge, die durch die Art des Ablegens entstehen, sowie eine zwar nicht rein zufällige, aber auch nicht vorhersehbare Anordnung der Wagenkarten gibt es keine zwei gleichen Güterzüge. Außerdem werden die Züge im Schattenbahnhof unter dem Gesichtspunkt minimalen Rangieraufwandes gebildet. In die richtige Reihenfolge passend zu den Ladestellen werden die Wagen erst in Murnau gebracht. Es ist heute E44 508 eingesetzt; am Vortag war es die 507. Das bringt der viertägige Umlaufplan mit vier Loks so mit sich.


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(37) Hinter dem Packwagen folgt erst mal ein hinter Buschwerk verborgener, aber leerer O-Wagen – für Grubenholz reserviert, dann ein Omm 32 mit einer Ladung Erz als Zuschlagstoff für die Zementherstellung, zwei weitere leere O-Wagen – reserviert für geschnittenes Holz - und eine ungebremste leere KK-06-Doppeleinheit für das Kalkwerk. Der mittlere der drei G-Wagen am Schluss soll mit Getreide bei der Baywa beladen werden und die beiden anderen sollen Zementsäcke im Werk laden. Die Bremsberechnung hat trotz dreier Leitungswagen immerhin 28 Bremshundertstel ergeben, wegen der vielen Leerwagen im Zug ein Wert weit über den 15 Mindestbremshundertstel, die nach der Bremstafel für diese Strecke bei 35 km/h Höchstgeschwindigkeit für Güterzüge gefordert werden.


So weit für heute
Gruß
Johannes


Bisherige Beiträge:

(1) In Murnau wird Ng 8013 zu Ng8014: [EMB-Forum - siehe hier]
(2) Kuppeln und Radien: [EMB-Forum - siehe hier]
(3) Antwort zur Oberleitung: [EMB-Forum - siehe hier]
(4) Murnau: Grundsätzliches: [EMB-Forum - siehe hier]
(5) Von Murnau nach Freilassing mit P 4024: [EMB-Forum - siehe hier]
(6) Murnauer Kalk: [EMB-Forum - siehe hier]

Auch dieser Link über das spurgeführte Schienenputzen (drehscheibe-foren)
gehört eigentlich noch dazu.

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